Die Wortwahl macht’s

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Nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa ist im Fußballfieber: Es ist Europameisterschaft. Oder doch UEFA EURO 2016? Wer als Unternehmer über das Fußballgroßereignis redet, muss aufpassen, wie er über das Event redet, was er kommuniziert. Fakt ist, dass die UEFA als Verein privatwirtschaftliche Interessen vertritt. Ihr Gebot: Mit der Europameisterschaft und allen Produkten, die sich in diesem Zusammenhang auf dem Markt positionieren lassen, Geld machen. Das bedeutet, dass die UEFA die Meisterschaft als Marke angemeldet hat. Das gilt für den Begriff „EURO 2016“, allerdings nicht für „EM 2016“. Letzterer Begriff hat sich so in den allgemeinsprachlichen Verbrauch verankert, dass dieser nicht zum Unternehmensrecht gezählt werden kann.

Wie steht es um Aktivitäten im Online-Marketing-Bereich in dieser Sache?

Marketingtreibende müssen klar auf die Verwendung des Begriffes „EURO 2016“ achten. Sollte SawatzkiMühlenbruch ein schickes Bild aus der Redaktion posten, wie alle gemeinsam ein Länderspiel sehen, so darf dem Text „Wir sind im EM-Fieber und schauen alle gemeinsam. Olé!“ der Hashtag „#EURO2016“ beigefügt werden. Denn: Es wird in diesem Falle über die Europameisterschaft gesprochen und kein Zusammenhang zu wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens hergestellt.

Würde ein Supermarkt allerdings einen Post mit dem Inhalt „Rüsten für das Spiel: Sonderangebote für die EM. #EURO2016“ setzen, dann sieht die Rechtslage etwas anders aus. Das Unternehmen nutzt hier die Europameisterschaft für eigene wirtschaftliche Interessen, wie der Absatzförderung. Das Bewerben von Leistungen eines Unternehmens ist nicht gestattet.

Damit die Zeit der Europameisterschaft in guter Erinnerung bleibt und kein teurer Spaß wird, ist immer zu klären, inwiefern das Image der UEFA für eigene Zwecke genutzt wird. Im Zweifelsfall einfach von der „Europameisterschaft“, statt von der „EURO 2016“ sprechen.