Die Zukunft des Social Media – ein Experiment

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Am Strand im Urlaub Sonne tanken – ohne gleichzeitig mit den Freunden zu Hause über die sozialen Netzwerke und das Smartphone zu kommunizieren entspricht selten der Realität. Ein Journalist aus Kopenhagen hat kürzlich gemeinsam mit dem Startup Doli.io seine Social-Media-Aktivitäten für 48 Stunden einem Computerprogramm übergeben, um herauszufinden, ob ein Bot das Nutzerverhalten eines Menschen nachahmen kann und in der Lage ist, dessen Interessen und den Tonfall einer real existierenden Person zu adaptieren.

Die erstaunliche Antwort: er kann. Der Bot liked Fotos von Personen, die dem Nutzer nahe stehen, führt Glückwünsche zum Geburtstag aus und sagt sogar Veranstaltungen zu oder ab. So reagierte er beispielsweise auf eine Einladung nach London mit der Antwort, dass er sich in Kopenhagen aufhalte und daher leider nicht kommen kann.

Das verblüffende daran: Der entsprechende Freund wird anstelle seines Nutzernamens mit seinem Spitznamen angesprochen. Das Programm zieht also offensichtlich relevante Daten aus vergangenen Nachrichten, um diese in die Kommunikation mit aufzunehmen und sie so persönlicher zu gestalten. Auch Fotos posten beherrscht der Bot. Unter dem Titel „A sunny day in Copenhagen“ teilt er ein Bild auf Twitter.

Selbst wenn Bot und User nicht bei allen Interessen übereinstimmen (zumindest nicht nach 48 Stunden), bleibt die Frage, inwieweit Computerprogramme in Zukunft unsere Social Media-Kanäle bedienen können und inwieweit diese Kanäle dann noch social sind.

Quelle: https://motherboard.vice.com/de/read/ich-habe-meine-social-media-kanaele-48-stunden-von-einem-bot-uebernehmen-lassen